PLE Essay
Facebook, StudiVZ, Lokalisten.de und Twitter sind nur eine kleine Auswahl an Kommunikationsformen die das Internet seinen Usern bietet. Viele Jugendliche könne sich die Kommunikation ohne solche Hilfsmittel kaum noch vorstellen. Denn in der heutigen Zeit haben sich diese Plattformen fest in die Gesellschaft der Jugendlichen integriert. In der Universität wird über Stine, Educommsy, Wikis und ähnliche Plattformen kommuniziert und Materialien werden ausgetauscht, aber auch Kleingruppen finden dort eine Möglichkeit sich zu organisieren und zu arbeiten. Nun stellt sich die Frage, wie ist es bei einer solchen Vielfalt noch möglich ist den Überblick zu behalten? Sobald der PC angeschaltet wird beginnt das unzählige öffnen der unterschiedlichen Internetplattformen. Nachdem alle Usernamen, Kenn- und Passwörter richtig zugeordnet worden sind, folgt der kurze Check nach neuen Informationen oder Aufgaben die zu erledigen sind. Kurze Kommentare zu anderen geposteten Materialen oder Aufgaben werden abgegeben. Anschließend werden die Freunde auf den neusten Stand gebracht und Informationen über die neusten Ereignisse im Leben der anderen User werden gesammelt.
Um diese hohe Komplexität aus der Perspektive des Lernenden möglichst überschaubar zu gestalten, ist es erforderlich eine individualisierbare Lernumgebung zu schaffen, die sich jeder Lernende nach seinen Anforderungen, Bedürfnissen und Fähigkeiten formen kann. Personal Learning Environments (PLE) kann hierbei eine Möglichkeit sein, das persönliche Umfeld, Freunde, Kommilitonen, Bücher, Bibliotheken, die besucht werden, und vieles mehr zu vereinen. Ferner einen eigenen Account, der es ermöglicht sämtliche Webanwendungen über einen einzigen Usernamen und Passwort-Kombination zu erreichen. Entscheidend ist, dass die persönliche Lernumgebung vom Lernenden selbst gestaltet werden kann und mit deren Fähigkeiten und Bedürfnissen mitwächst. Der Prozess des lebenslangen Lernens wird damit optimal unterstützt und die eigene Mitentscheidungsfähigkeit des Users gefördert.
Der Ansatz des PLE ermöglicht demnach eine große Flexibilität. PLEs sind computergestützte, lernerzentrierte Umgebungen, die sich der Werkzeuge des Web bedienen. Ein PLE ist keine allein stehende Softwareanwendung, sondern gleicht vielmehr ein computergestützter Bauchladen verschiedener Werkzeugen insbesondere von Social Software, die wir wie selbstverständlich in unserem Lernalltag verwenden:
Der Ansatz der PLE ist an die Lernenden gebunden, bei denen auch die Kontrolle und Verantwortung für die Inhalte und deren Aufbereitung liegt, anstatt bei einem Bildungsträger oder dem Lehrer, der nur eine Etappe in den individuellen Lernbiographien begleitet. Zusammenfassend kann der Ansatz der Personal Learning Environment als Erfolg versprechend eingestuft werden. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass die in vielen Hochschulen erst eingeführten Lernmanagementsysteme wieder abgeschafft werden soll. Auch die identitätsstiftende Funktion einer geteilten und doch gemeinsamen Lernumgebung für eine Veranstaltung sollte nicht unterschätzt werden. Jedoch scheint der Ansatz der PLE insbesondere eher dafür geeignet zu sein, da die Lernenden individuell ihre Lernumgebung gestallten können.